Auf einem Grill liegen Würstchen, Brot und Kartoffeln
© Martin Kath Fotografie // 10555 Berlin

Grillfeste sind ein beliebter Treffpunkt

Wir hoffen ja wie alle anderen auch, dass das Wetter bald auch mitspielt und wir viel Zeit mit Freunden und Hunden draussen verbringen können. Grillfeste sind ein beliebter Treffpunkt und wir möchten unsere Vierbeiner natürlich auch gerne dabeihaben. Ist aber nicht ganz risikolos. Anbei ein paar Tipps und Hinweise:

Pressemitteilung „Grillfest mit Hunden“: Download Grillfeste mit Hunden [PDF]

Interview Radio B2 am 15. Mai 2017 zum Thema Grillfeste mit Hunden mit Ann Kari Sieme (Vorsitzende der BI Berliner Schnauzen e.V.):

Juchhu – die Sonne zeigt sich immer öfter und allerorts duftet es bereits nach leckeren Steaks und Bratwürsten auf dem Grill. Und während es sich Herrchen und Frauchen so richtig gut schmecken lassen soll natürlich auch der Vierbeiner nicht leben wie ein Hund und ist mit von der (Grill-)partie. Doch damit das Grillfest für alle ein Vergnügen bleibt und nicht ungewollt beim Tierarzt endet, gibt es einige Dinge zu beachten.
Das wichtigste Organ des Hundes ist seine Nase. Die Hundenase ist etwa 40fach so stark wie die des Menschen. Kein Wunder also, dass das auf dem Grill brutzelnde Steak für den Hund mehr als nur verlockend ist und ihm zum wahren Bettel-König werden lässt. Doch auch wenn der Vierbeiner noch so lieb schaut sollten Bratwurst, stark gewürzte Steaks und Knochenreste nicht unter den Tisch gereicht werden.
Der gut gemeinte kleine Happen mit starken Gewürzen, Knochen und fetthaltigen Grillsaucen kann Verdauungsprobleme und auch schwerere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen:

KNOCHEN

Bei der Knochenfütterung scheiden sich die Geister. Während sie für viele Barfer ein wichtiger Bestandteil der Hundeernährung ist, nehmen andere generell Abstand davon Knochen zu verfüttern. Egal zu welcher Art von Hundehalter Sie gehören, beim Grillen sollten Knochen generell tabu sein. Durch das Erhitzen werden auch sonst nicht splitternde Knochen porös und können so zur Gefahr für Ihren Hund werden.

GEWÜRZE

Gerade beim Grillfleisch mögen es viele Menschen kräftig gewürzt. Zuviele scharfe Gewürze und Salz sind für Hunde generell bedenklich, vor allem aber der Verzehr von Knoblauch, Zwiebeln und Bärlauch kann zu einer Blutarmut führen, da die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört werden.https://berliner-schnauzen.info/wp-admin/upload.php
Gerade bei herzkranken Hunden sollte darauf geachtet werden, dass der Hund kein Salz zu sich nimmt. Viele Fleischmarinaden enthalten Gewürze wie Pfeffer und Chili. Beides kann die Magenschleimhaut des Hundes reizen. Wie bei fast allem, kommt es auch bei den Gewürzen auf die Menge an. Auch eventuelle Vorerkrankungen des Hundes spielen eine Rolle. Sollte also doch mal ein Stück vom marinierten Steak oder von der stark gewürzten Bratwurst unter den Tisch gefallen sein, verfallen Sie bitte nicht gleich in Panik.
Sinnvoll ist es jedoch den Hund im weiteren Verlauf des Abends zu beobachten und auf bestimmte Anzeichen zu achten. Erbrechen und Durchfall können erste Anzeichen für eine Vergiftung sein. Genauso können erhöhter Speichelfluss, helle Schleimhäute und starkes Hecheln auf eine Vergiftung hindeuten. Neben den Gewürzen bilden Grillspiesse eine besondere Gefahr. Gerade besonders verfressene Hunden
nehmen auf ein Stück Holz keine Rücksicht und können sich so schwerwiegende Verletzungen in Maul und Speiseröhre zuziehen.

ROHES ODER HALBGARES SCHWEINEFLEISCH

Sowohl rohes als auch halbgares Schweinefleisch kann die für Hunde sehr gefährlichen Aujezky-Viren enthalten. Die auch „Pseudowut“ genannte Aujeszky`sche Krankheit ist ein Herpes-Virus, dessen Hauptwirt das Schwein ist. Auch das Wildschein ist Wirt dieses Virus. Deutschland gilt zwar seit vielen Jahren als „Pseudowut-frei“, da der Virus für Menschen jedoch ungefährlich ist, wird Schweinefleisch, das für den menschlichen Verzehr gedacht ist, nicht auf Aujezky-Viren untersucht.
Warum also das Risiko eingehen, wenn es keine Garantie gibt?
Um den Verzehr von Schweinefleisch gänzlich zu vermeiden, sollte man nicht nur darauf achten, dass keiner der Gäste ein Stück unter den Tisch wandern lässt, sondern auch die Kühlbox im Auge behalten und darauf achten, dass der Hund kein Stück direkt vom Grill stibitzt. Letzteres könnte zusätzlich unschöne Verbrennungen nach sich ziehen.

GRILL UND HEIßE KOHLE

Wie jeder weiß, ist so ein Grill ziemlich heiß. Für die noch glühenden Kohlen nach dem Grillen gilt das Gleiche. Es sollte also jedem klar sein, dass unsere Hunde am Ort des Geschehens nichts zu suchen haben. Sinnvoll ist es dem Hund einen Platz in sicherer Entfernung zuzuweisen. Der Platz sollte auch nicht direkt im Rauch liegen. Was für viele Menschen schon unangenehm in der Nase und in den Augen ist, ist auch für die viel empfindlicherer Hundenase noch wesentlich schwieriger.
Je weiter der Hund weg ist, desto weniger läuft er Gefahr, sich zu verbrennen oder kommt überhaupt in die Situation etwas zu klauen was versehentlich runtergefallen ist.

ALKOHOL UND GLASSCHERBEN

Je feuchter der Abend, desto fröhlicher die Gäste. Fast immer wird beim Grillen auch Alkohol getrunken. Jedem Tierfreund sollte klar sein, dass dieser für Hunde absolut tabu ist.
Doch mit steigendem Alkoholpegel in der Runde kann auch mal das ein oder andere Glas kaputt gehen. Also auch hier Vorsicht – eine zerschnittene Hundepfote ist kein Spass. Es ist im Sinne des Hundes vernünftig die Party zu verlassen, bevor es zu turbulent wird.
Damit Sie bis zu diesem Moment das fröhliche Beisammensein in vollen Zügen genießen können, ist es sinnvoll, den Hund auf die bevorstehende Grillparty vorzubereiten. Gut ausgelastet besteht die Möglichkeit, dass sich der Vierbeiner lieber zufrieden unter den Tisch legt und schläft, anstatt auf Bettel-Tour zu gehen. Aus dem gleichen Grund ist es ratsam den Hund vor Beginn zu füttern. Ist der Hund bereits satt, kann ihm das dabei helfen den Versuchungen zu widerstehen. Das funktioniert natürlich nicht bei jedem Hund. Damit auch der Vierbeiner einen spaßigen Abend verbringen kann, bieten Sie ihm als Alternative doch sein Lieblingsspielzeug oder einen hundegerechten Kauartikel an.
Wenn Sie die möglichen Gefahren beim Grillen für Ihren Hund im Hinterkopf behalten, sollte dem nächsten Grillfest mit Freunden nichts im Wege stehen.
WIR WÜNSCHE IHNEN UND IHREM HUND GEMÜTLICHE UND GENUSSVOLLE GRILLABENDE FÜR ALLE BETEILIGTEN!

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