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Hunde im Auto: ab 20 Grad aufwärts wird’s heikel !

Hund im Auto
Foto: Unsplash/pixabay.com

Wenn das Auto zur tödlichen Falle wird und was die Tierschutz-Hundeverordnung damit zu tun hat.

Pressemitteilung Hunde-im-Auto-Berliner-Schnauzen [PDF]

Viele Hunde lieben das Autofahren und haben keinerlei Probleme damit im Auto zu warten, wenn Herrchen oder Frauchen schnell einkaufen oder einen kurzen Termin haben. Einige Hunde zeigen beim Warten im Auto sogar deutlich weniger Stress, als beim Warten zu Hause. Doch im Sommer sollte jedes noch so kurze Warten im Auto absolut tabu sein, denn bereits ab 20°C Außentemperatur kann sich das Auto rasant aufheizen und so zur Hitzefalle für den Hund werden.

Wir Menschen haben auf unserer Hautoberfläche zwischen 2 und 3 Millionen Schweißdrüsen. Die sorgen durch Transpiration dafür, dass unser Körper auch bei hohen Außentemperaturen nicht überhitzt. Verdunstet der abgesonderte Schweiß auf unserer Haut, wird dem Körper Wärme entzogen und der angenehme und notwendige Kühleffekt tritt ein.

Hunde besitzen lediglich an ihren Pfoten einige wenige Schweißdrüsen, die keinesfalls für die erfolgreiche und im Sommer lebensnotwendige Thermoregulierung ausreichen. Um mit hohen Temperaturen klarzukommen, muss so ein Hundekörper also ganz schön was leisten. Den Pelz kann er nicht so einfach loswerden und an den Haken hängen, anständig schwitzen kann er auch nicht, er kann seine Körpertemperatur ausschliesslich übers hecheln, also über Maul, Zunge und Nase, regulieren. Dabei atmet er mit deutlich erhöhter Frequenz und heraushängender Zunge.

Bis zu zehnmal so viele Atemzüge wie im Normalzustand sorgen beim Hecheln dafür, dass Wärme und Luftfeuchtigkeit abgegeben und das zirkulierende Blut gekühlt wird, um die Normaltemperatur von 37,5 – 39 Grad zu erhalten. Während des Ausatmens der warmen Luft verdunstet der Speichel auf der Zungenoberfläche, ähnlich wie der Schweiß auf der menschlichen Haut. Hunde haben bei Wärme also genauso wie wir Menschen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Doch das funktioniert in einem deutlich überhitzen Auto nicht, was eine echte Lebensgefahr für das Tier darstellen kann. Selbst wenn der Wagen im Schatten geparkt ist, die Fenster geöffnet sind und Wasser zur Verfügung steht, kann sich in dem Auto ein Hitzestau bilden und den Wagen zu einer lebensgefährlichen Hitzefalle für den Hund werden lassen.
Steigt die Körpertemperatur des Hundes auf über 41°C an, treten die ersten Kreislaufbeschwerden auf. Die inneren Organe des Hundes werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, was irreparable Schäden zur Folge haben kann. Starkes Hecheln mit langgestrecktem Hals, Taumeln, Übelkeit und Erschöpfung sind erste ernstzunehmende Anzeichen einer Überhitzung. Auch Symptome wie Erbrechen, Krämpfe und blasses Zahnfleisch erfordern sofortige Hilfe. Ab einer Körpertemperatur von 43°C gerinnt das körpereigene Eiweiß, der Hund wird bewusstlos, das Stadium ist oft sogar tödlich. Grafik Außentemperatur_ Innentemperatur im geschlossenen Fahrzeug

Sollte es also zu einer Überhitzung gekommen sein, ist schnelles Handeln notwendig. Der Hund muss schnellstmöglich an einen kühlen und schattigen Ort gebracht werden und dort mit feuchten Tüchern heruntergekühlt werden. Dies muss langsam und Schritt für Schritt erfolgen und natürlich darf die Temperatur auch nicht unter Normaltemperatur fallen. Ist der Hund bei Bewusstsein verabreichen Sie Schluck für Schluck frisches Wasser. Hunde, die nicht mehr bei Bewusstsein sind, müssen so schnell es geht an einen Tropf gelegt werden, um den Flüssigkeitshaushalt wieder zu regulieren und der Dehydration entgegenzuwirken. Bis dahin den Hund mit heraushängender Zunge in die stabile Seitenlage bringen.

Doch warum passiert es immer noch so häufig, dass sich Hunde in viel zu heißen Autos quälen oder sogar sterben müssen? Selbst auf renommierten Hundeveranstaltungen kann man hechelnde Hunde im Auto auf dem Parkplatz auf Herrchen und Frauchen warten sehen. Häufig ist es wohl der Irrglaube oder auch das beruhigende Einreden, dass schon nichts passieren wird. Schließlich steht das Auto ja im Schatten, die Fenster sind leicht geöffnet und eventuell steht dem Vierbeiner sogar Wasser zur Verfügung. Nicht selten unterschätzen Herrchen und Frauchen wie schnell die Sonne wandern und dafür sorgen kann, dass das Auto dann eben nicht mehr im Schatten steht. Manche wissen nicht, wie rasant auch im Schatten ein Hitzestau oder Sauerstoffmangel im Auto aufkommen kann. Oder der Ausflug war deutlich kürzer geplant, aber es kam etwas Unerwartetes dazwischen, was die schnelle Rückkehr zum Fahrzeug verhindert hat.

Wie auch immer es zu der Situation kam und selbst wenn der Hund durch reine Unwissenheit der Gefahr ausgesetzt wurde, ist ein bei Hitze im Auto eingesperrter Hund nicht nur ein NO-Go für Tierfreunde, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen haben. So schreibt der § 8 der Tierschutzhundeverordnung ausdrücklich vor, dass die Betreuungsperson „für ausreichende Frischluft und angemessene Lufttemperaturen zu sorgen hat, wenn ein Hund ohne Aufsicht in einem Fahrzeug verbleibt“. Die Bundestierärztekammer führt weiter aus, dass in einem in der Sonne stehendem Fahrzeug schnell bis zu 70°C entstehen können und ein Schälchen Wasser und leicht geöffnete Fenster keinesfalls ausreichend sind, um den Hund vor der Überhitzung zu schützen.

Wer durch sein Fehlverhalten also den Tod des Tieres zu verantworten hat, kann laut Tierschutzgesetz mit empfindlichen Strafen rechnen. So sieht das Gesetz in einem solchen Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 25.000 € vor. Zusätzlich können die zuständigen Behörden ein temporäres oder lebenslängliches Tierhalteverbot verhängen. Die Kosten für die Hunderettung durch Polizei oder Feuerwehr aus einem Auto und die Gerichtskosten kommen noch on top. Doch nicht nur dem Geldbeutel, sondern vor allem dem Hund zuliebe sollte man es als Tierfreund gar nicht erst soweit kommen lassen und seinen Vierbeiner im Sommer keinesfalls im Auto lassen.

Um den Sommer, auch mit seinen Temperaturen in vollen Zügen genießen zu können, planen Sie lieber gemeinsame Ausflüge mit Ihrem Hund. Achten Sie darauf, dass der Hund jederzeit selbst entscheiden kann von der Sonne in den Schatten zu wechseln und, dass ihm durchgehend frisches Wasser zur Verfügung steht. Sollten Termine oder Besorgungen anstehen bei denen der Hund nicht dabei sein kann, lassen Sie ihre Fellnase lieber zu Hause oder bei Freunden. Sollte er so gar nicht verstehen wollen, warum er nicht dabei sein kann, lässt er sich nach Ihrer Rückkehr vielleicht mit einem schönen Hunde-Eis wieder besänftigen.

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